

Ich tanze und performe seit über zwanzig Jahren mit großer Leidenschaft für zeitgenössische Tanz-, Theater- und Performance-Produktionen verschiedenster ästhetischer und inhalticher Zugänge. Der Transformation der Körperlichkeit und einer Präsenz als Performer im zeitgenössischen Diskurs, der den Wandel in der Zeit reflektiert, gilt mein Engagement. Gastspiele als Tänzer und Performer eigener und anderer Werke brachten mich zu unzähligen Festivals und Aufführungsserien österreichweit und ins Ausland (Frankreich, Deutschland, Holland, Italien, Polen, Schweiz, Luxemburg, New Mexico, Mexico, Costa Rica, Kolumbien, Ägypten, Japan, China,...).
Mit mir nahestehenden KünstlerInnen arbeite ich erfolgreich und kontinuierlich in den Bereichen zeitgenössischen Performanceschaffens, der Bewegungsrecherche und der Vermittlung in Form diverser Unterrichtsformate.
Darin bin ich mit meinem Team am Puls der Zeit, da die Annäherungen von verschiedensten Perspektiven aus erfolgen. Einer permanent sich entwickelnden Bewegungsrecherche werden theoretische Reflexionen und Beobachtungen des aktuellen Performancegeschehens diskursiv gegenübergestellt. Diese Praxis bleibt aber konkret, da sie permanent durch internationale Gastspiele, Gastaufträge als Choreograf und als Lektor für zeitgnössischen Tanz und Movement Research erweitert und im direkten Sinn mit der künstlerischen Basis der Bewegung in Verbindung bleibt.
Durch den von mir und meiner Assistentin Elisabeth Drucker gegründeten Kulturverein M.A.P. Vienna sind wir in zahlreiche Kollaborationen national und international verwickelt.
Meine Arbeit als Tänzer und Choreograf forscht an den Grenzlinie von Installation, zeitgenössischem Tanz und somatischem Zugang zu phänomenologischen Konzepten von Wahrnehmung und Repräsentation. Dabei inkludiere ich rituelle Prozesse sowie aktuelle Körpermethoden (Release-Technik, die Feldenkrais Methode, Body Mind Centering) und stelle mögliche Konzepte der Schwerkraft zur Diskussion. Äussere Inspirationen erhalte ich hauptsächlich über Medien der Literatur, des Films und der Naturwissenschaften.
Meine früheren Ansätze waren geprägt von der Suche nach einem expressiven Ausdruck an der Grenzlinie von Tanz und theatralisch-gestischer Sprache. Dabei erforschte ich in unterschiedlichen Konstellationen und im formalen Rahmen entsprechender Ästhetiken die Möglichkeiten archaischer und dramatischer Energien, die den Tanz in ein psycho-physisches Gesamterlebnis für AkteurIn und Publikum münden lassen können.
Dabei waren technisch folgende Punkte für mich wesentlich:
- Die Analyse (tiefen-)psychologischer Prozesse und bewußtseinserweiternder Zustände sowie deren Ausformungen auf der Körperoberfläche bzw. deren strukturierbare Tendenzen, die den choreografischen Raum bestimmen.
- Die Entwicklung einer authentischen und konsequenten Körpersprache und Choreografie, die prinzipiell von den inneren Organen, den Zellen der Haut bis zur größeren Geste und choreografischen Struktur gedacht, präsent erlebt und ausgestaltet werden können.
- Das Fragen nach Kommunikationsmöglichkeiten unterschiedlich erlebter Raum- und Zeiterfahrungen.
- Die Analyse von rituellen Prozessen, in welchen Tanz, Bewußtsein und Musik verschmelzen mit der Betonung auf Selbsterforschung und nicht weltkultureller Nachahmung.
Anlässe und Inspirationen meiner Arbeit waren literarische und wissenschaftliche Texte und Problemstellungen, aber auch filmische Bilder, sowie Prozesse im Alltag und der Natur. Dabei war ich fasziniert von Geschichten, d.h. von thematischen und dramatischen Bögen, die Assoziationen und Verdichtungen freisetzen und Urkräfte des darstellerischen Ausdrucks provozieren.
Bei der Erarbeitung von tänzerischem und gestischem Material spielte für mich der Begriff der Transformation dahingehend eine Rolle, dass ich sehr gerne von konkreten Situationen, Zuständen oder evolutionären Stadien ausging und innerhalb eines festgesetzten visionären Weges, einer „Landschaft“, mit meinem Team Verzerrungen, Verfremdungen, Abstraktionen zum Tanz hin entwickelte. Dabei kam sowohl dem realen wie auch dem imaginierten Objekt eine große Bedeutung zu, ebenso wie dem Experimentieren mit Sound-Samples und der Stimme.
Die Projekte der Jahre 2006 – 2009 mit dem Übertitel körper. bauen. stellen. erforschten in unterschiedlichen Konstellationen den Körper unter dem Einfluss der Schwerkraft an Schnittstellen räumlich-architektonischer Begrenzungen.
Die unterschiedlichen Formate reichten von Solos bis zu Gruppenversionen und können am Grenzbereich von Tanzperformance und Installation eingereiht werden. Jedes Präsentationsformat dieser Arbeit wurde jeweils an den aktuellen Performanceraum adaptiert.
Generell spielt die Adaption eine gleichbedeutende Rolle wie die Kreation der choreografischen Struktur und macht jede Aufführung zu einer originalen Arbeit, weshalb die Praxis auch als ein offenes, sich ständig neu organisierendes System betrachtet werden kann.
Im Probenprozess gehen wir prinzipiell von den Elementen Raum, Körper und Schwerkraft aus und verabschieden uns bewusst von jeder tanztheatralischen Überhöhung und jedem vorgefassten story-telling.
Es gibt keine Quellen. Es gibt keine Inspirationen. Es geht um die Erarbeitung und Anwendung einer spezifischen Sprache und den sich daraus möglicherweise entwickelnden Neubewertungen, Neubesetzungen und körperlichen Umstrukturierungen in gegenseitiger Beeinflussung von Gerät / Begrenzung / Körper.
Meine aktuellen Projekte mit den Titeln Jetzt bist Du dran. (Rekonstruktion), Embraceable You, In Case of Loss und Your Dancer. (mit Liz King) erforschen architektonische Bedingungen von Repräsentation und Wahrnehmung und loten Möglichkeiten eines somatischen Zugangs zu choreografischem Verständnis und Rekonstruktion von Bewegung aus.
Die Feldenkrais-Methode beeinflusst entscheidend meine Arbeit im Hinblick auf Bewegungsrecherche, Partnerarbeit und bezüglich Reflexionen zur Präsenz des Performers.
Mein Interesse an Neubewertungen und Umdeutungen des sich artikulierenden Körpers führt mich zunehmend auch zum Rekonstruktionsbegriff in der zeitgenössischen Choreografie und zur somatischen Analyse von Körperbiografien.
Der somatische Zugang und seine Implikationen:
Der sogenannte somatische Zugang zu Bewegungsrecherche, performativer Präsenz und zu choreografischem Verständnis speist sich aus Methoden, die von der inneren, bewussten Wahrnehmung körperlicher und funktionaler Zusammenhänge ausgehen.
In unserem Fall steht die Feldenkrais Methode und die Release Technik im Kernpunkt der Praxis.
Ich habe hauptsächlich in Zusammenarbeit mit dem erfahrenen Feldenkrais Practitioner Sascha Krausneker in den letzten Jahren einen großen Erfahrungsschatz in der Anwendung der Methode im Zusammenhang mit zeitgenössischer Tanztechnik und Performance Praxis gesammelt. Besonders eine umfangreiche Aktivität an Tanzinstitutionen, Festivals und Tanzausbildungen im In- und Ausland haben immer wieder die Faszination und Komplexität dieser Bezüge, die sich wie ein offenes Feld permanent auch neu strukturieren, aufscheinen lassen.
Wir gehen soweit diesen Zugang als definitiv politische Kraft zu verstehen, die bestehende institutionelle Systeme und künstlerische Praktiken existentiell befragt.
Warum? Weil es um Spüren, Wahrnehmung, Bewusstheit und um eine kritische Offenheit gegenüber bestehenden Konstellationen geht. Konstellationen allgemein im systemischen Sinn - speziell im Sinn eines choreografischen Schaffens.
In diesem Zusammenhang sehen wir auch den Begriff der Rekonstruktionen im zeitgenössischen Tanzschaffen als Neubewertungen von artikuliertem choreografischem Material. Der körperliche Begriff der Differenzierung von Bewegung kann zum Aufspüren einer Essenz choreografischen Denkens und dessen Repräsentation im Raum führen.
Der somatische Zugang eröffnet Fragestellungen:
- Die Selbstwahrnehmung als Werkzeug zur Differenzierung von Bewegung und deren Repräsentation im Raum.
- Die Recherche von Einschränkungen – Constraints – als Quelle neuer Bewegungsqualitäten, erweiterter Körperbilder und ästhetischer Umdeutungen.
- Die Dialektik der Selbstwahrnehmung zwischen den Polen Gewicht / Schwerkraft / Release einerseits und Leichtigkeit / Suspense / Anheben andererseits befragt über skeletäre Zusammenhänge mögliche Konstellationen der Partnerarbeit.
- Die Dialektik der Selbstwahrnehmung in Beziehung zu Berührung (das Berührte berührt) provoziert eine sinnliche Praxis von Klarheit und Essenz im Kontakt.
- Präsenz und Fokus: Wo liegt der Fokus der Wahrnehmung als Performer, wo jener des Publikums, wenn Innen- und Aussenwahrnehmung zum offenen Feld performativer Praxis innerhalb klarer Strukturen werden?
- Welche dramaturgische Logik entsteht durch den somatischen Zugang?
Sehr gut wird dieser Zugang in dem Interview deutlich, das auf die englische Seite dieser page / About my work / gestellt wurde.
Einige Persönlichkeiten, die durch ihr Schaffen, ihr Denken und ihre Inspirationen die geistigen, körperlichen und ästhetischen Konzepte meiner Arbeit beeinflusst haben:
Pier Paolo Pasolini, Franz Kafka, Fernando Pessoa, Ludwig Wittgenstein, Christa Wolf, Christl Lieben, Jörg Schlick, Stanley Kubrick, Jean-Luc Godard, Jiddu Krishnamurti, Jelaladdin Rumi, John Cage, Henry Moore, Antonio Mak Hin-yeung, Eduardo Chillida, Chögyam Trungpa, Jean-Luc Nancy.
Dankbar bin ich besonders Roderich Madl, Editta Braun und Jean-Yves Ginoux. Ich betrachte sie als meine ersten Mentoren meiner Laufbahn als darstellender Künstler.
„No-continuity simply means accepting that continuity that happens.“ (John Cage)
Wichtigste Institutionen, Kooperationspartner und Sponsoren:
Stadt Wien / MA7 Kultur
bm:ukk
D.ID - Dance Identity Liz King/Manfred Biskup
WUK Wien / Theater Tanz
Tanzquartier Wien
Feldenkrais Institut Wien
ImPulsTanz Wien
Festival Tanz ist - Günter Marinelli, Dornbirn
x.IDA - Esther Linley
Hong Kong Academy for Performing Arts
Bytom Dance Conference
Konservatorium Wien Privatuniversität
Anton Bruckner Privatuniversität
ke / klagenfurter ensemble, Gerhard Lehner
Jäckel Optik Wien