Biografie

Foto © Laurent Ziegler

Georg Blaschke lebt in Wien und arbeitet als freischaf­fender Choreograf, Produzent, Tänzer und Lektor für Tanz und Choreografie. Er unterrichtet zeitgenössischen Tanz, Bewegungsrecherche, Improvisation und Choreografie bei renommierten Festivals, an Hochschulen und Konservatorien für Tanz und Darstellende Kunst.

Georg Blaschke wurde 1965 in Wien geboren. Während des Studiums der Mathematik und der Philosophie trainierte er Tanz und Physical Theatre. Das Studium schloss er 1991 mit einem Magistertitel ab. Bis 2001 tourte er international hauptsächlich als Tänzer und Performer für Tanzformationen, darunter für die französische Compagnie Jean-Yves Ginoux und die österreichischen Avantgardisten Pilottanzt

Georg hat sein Körperwissen durch eine Reihe von Trainings erweitert, hauptsächlich aber durch Release-Techniken, Yoga und die Feldenkrais- Methode. Als Performer und Produzent eigener Arbeiten hat er in Folge seine eigene, signifikante choreografische Sprache entwickelt und in unterschiedlichen Formaten und Kollaborationen erfolgreich präsentiert.
Die aktuellen Arbeiten setzen die choreografische Recherche hauptsächlich in Bezug zu phänomenologischen Betrachtungen über Raum, Skulptur und organische Landschaft, ausgehend vom Körper in Bewegung.

Georgs Arbeiten lassen im Auge des Publikums oft intensive emotionale und narrative Assoziationen entstehen, die gleichsam das Potenzial eines archetypischen Zugangs zu choreografischem Gestalten bezeugen. Eine einfache und flüchtige Geste kann einen vielschichtigen Prozess in Gang setzen, dem unvorhersehbare Ausdruckskraft und komplexe kompositorische Möglichkeiten innewohnen.

Idee

Bewegung als Kunstform zu wählen und ihr zu folgen, erfordert für mich die Bereitschaft zur Selbstbefragung, Umorientierung und zur permanenten Adaptierung künstlerischer Entwürfe. Den Motor hinter dieser Bereitschaft erlebe ich als existenzielle Kraft, die praktischen Konsequenzen zeitweise als prekär. Der Prozess der realen Umsetzung einer Idee und Vision mitsamt den organisatorischen, technischen und finanziellen Fragestellungen stellt eine zugleich faszinierende wie herausfordernde Praxis dar. Die Nähe oder Ferne von Sprache als Instrument der Beschreibung und Rechtfertigung zur Aktion selbst, also zum vornehmlich non-verbalen Ausdruck, befördert mich immer wieder in einen Zustand des Balanceakts. Ich erlebe ihn als einen von Neugier und Sehnsucht getriebenen Akt.

Als Künstler des Flüchtigen versuche ich einer Essenz habhaft zu werden, einer Qualität, die Bestand haben könnte. Das Ding Bewegung festmachen. Was bleibt ist die Sehnsucht nach einem Erfassenkönnen von Zeit, die einen zu neuen Annäherungen an das Greifbare drängt.