The Bosch Experience part I

Foto © Laurent Ziegler
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Foto © Gerald Moser
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Foto © Gerald Moser

The Bosch Experience part I

The Bosch Experience part I

Choreografie und Bildersturm

Im Rahmen von ImpulsTanz – Vienna International Dance Festival #31 und in Kollaboration mit der Gemäldegalerie und der Akademie der bildenden Künste Wien präsentierte Georg Blaschke und sein künstlerisches Team zwei Arbeiten:
Prélude Paradise und Bosch frontal.
Beide Arbeiten stellen eine künstlerische Reaktion auf das in der Gemäldegalerie der Akademie der Bildenden Künste Wien ausgestellte Werk Weltgerichtstriptychon von Hieronymus Bosch (um 1450/55–1516) dar.
Den Anlass dafür bilden die internationalen 500-Jahr-Feiern 2016 und die ungebrochene Faszination und zeitgenössische Relevanz, die dieses gleichermaßen beeindruckende wie beunruhigende Juwel der Kunstgeschichte nach wie vor ausstrahlt.
In den Ausstellungsräumlichkeiten von xhibit wurden beide Arbeiten verwoben und von einer Führung zum Gemälde eingeleitet.

 

Prélude Paradise

Chor und Bewegung für drei Stimmen

Diese choreografische und musikalische Komposition für drei Frauen bezieht sich auf den linken Innenflügel des Triptychons – Das irdische Paradies. Unter der musikalischen Leitung der Sängerin und Performerin Clélia Colonna, die ihre künstlerischen Wurzeln in traditionellen polyphonen Gesängen hat, wurde diese Arbeit hauptsächlich in der Kirche San Bonaventura während einer Residenz in Bassano del Grappa, Italien erarbeitet. Liedformen und Liedtexte sind vom Gemälde inspiriert und basieren zum Teil auf Eigenkompositionen.
Durch Improvisation, Gesangspraxis und choreografische Reflexion wurde gemeinsam mit den Performerinnen und in enger Kollaboration mit der Kostümbildnerin in mehreren Etappen eine eigene expressive Sprache entwickelt. Stimme, Stoff und Körper tragen ein Echo des Gemäldes in die Räumlichkeiten von xhibit.
Prélude Paradise – eine performative Bezugnahme auf bildende Kunst vom Klagelied bis zum Punk Song.

 

Bosch frontal

Diese für eine Tänzerin und drei Tänzer entwickelte Arbeit stellt eine installative und choreografische Auseinandersetzung mit den Körperbildern auf der Mitteltafel und dem rechten Flügel des Triptychons dar (Das Jüngste Gericht und die Sieben Todsünden, Die Hölle und der Höllenfürst).
Die überbordende Fülle an Körperdarstellungen und Details wird von symbolistischem Beiwerk befreit und einer Analyse der Anordnungsmuster und Zeitebenen, die das Gemälde suggeriert, unterworfen. Es entsteht ein performatives Experimentierfeld von Körperverhältnissen und Stellungen entblößter Körper zueinander, die in eine mobile Licht- und Soundinstallation eingebettet werden. Die Dramaturgie der Aktionen wird entscheidend von den speziell entworfenen Kostümteilen beeinflusst.
Entleerung und choreografische Umordnung lassen neue Deutungsebenen des Gemäldes zu, die der frontalen Wucht des Gemäldes und der Detailbesessenheit Boschs Rechnung tragen.

Besetzung:
Künstlerische Leitung: Georg Blaschke
Musikalische Leitung Chor: Clélia Colonna
Gesang und Performance: Clélia Colonna, Magdalena Chowaniec, Rotraud Kern, Mirjam Klebel, Paweł Duduś, Arttu Palmio, Radek Hewelt
Dramaturgie: Guy Cools
Kostüme: Hanna Hollmann
Kostümmitarbeit: Ursula Riedrich
Bühnen- und Lichtinstallation: Gerald Moser
Klangregie: Christian Schröder
Lichtregie: Veronika Mayerböck.
Wissenschaftliche Betreuung: Dr. Erwin Pokorny
Dauer: 60 Minuten
Management: M. A. P. Vienna, Claire Granier
Uraufführung: ImPulsTanz – Vienna International Dance Festival #31
Produktion: M. A. P. Vienna, 2014

Mit freundlicher Unterstützung von:
Stadt Wien MA 7 Kultur
Bundeskanzleramt: Kunst und Kultur
D.ID Dance Identity
Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien
Comune di Bassano del Grappa
scaPes sound&choreography

Wir bedanken uns für die Mithilfe bei:
Bernhard Reisinger, Hemma Hollmann, Angelika Höckner, Ruth Lackner
Textiltechnologie – Institut für Kunst und Technologie, Universität für angewandte Kunst Wien: Ute Huber-Leirer, Gabriele Amon, Robert Wiesner